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Veröffentlicht am 2. Januar 2012 | by mh-Redaktion

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Sadaqa

Was ist Sadaqa?

Das Wort Sadaqa kommt aus dem Arabischen und bedeutet übersetzt „wahrhaftig“ oder „aufrecht sein“. Es bezeichnet auch eine wohltätige und freiwillige Abgabe. Dieser Wortbedeutung nach prüft Allah die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der Gläubigen Ihm gegenüber.

Die Sadaqa bringt den Muslim Allah und dem Paradies näher, und er erhält vielfachen Lohn bei Allah, wenn er dabei die richtige Nijja (Absicht) hatte.

„Das Gleichnis derjenigen, die ihre Vermögensgüter auf dem Weg Allahs hergeben ist wie das Gleichnis eines Korns; es lässt sieben Ähren wachsen, in jeder Ähre hundert Körner, und Allah vervielfacht, wem Er will, und Allah ist allerreichend, wissend“ (2:261).

So wie neben den Pflichtgebeten die freiwilligen Gebete dazu dienen, eine stärkere und festere Beziehung zum Schöpfer aufzubauen, so hat die Sadaqa neben der Zakat (Armenabgabe) die gleiche Funktion im finanziellen Bereich. Das Almosengeben kann von Besitzgier befreien. Es reinigt und läutert die Seele und den Besitz. So lesen wir im Koran: „Nimm von ihrem Vermögen Spenden, du reinigst sie und läuterst sie damit, und bete für sie, dein Gebet ist ja Beruhigung für sie …“ (9:103).

Wer soll Sadaqa geben?

Sadaqa ist keine unbedingte Pflicht, jeder sollte jedoch Sadaqa geben. Der Prophet Muhammad (s*) hat gesagt: „Schützt euch vor dem Höllenfeuer, und wäre es mit einer halben Dattel“ (Buchari).

Je nach Situation und Vermögen kann der Betrag und die Art der Spende selbst festgesetzt werden. Der Muslim soll sich nicht scheuen oder schämen, auch kleine Spenden zu geben, damit Geist und Bewusstsein dieser Art des Gottesdienstes wach gehalten werden. Aufgrund einer solchen Gewohnheit wird er dann im Übrigen in einer besseren finanziellen Situation gerne mehr geben.

Soll Sadaqa offen gegeben werden?

Das Almosen kann sowohl öffentlich als auch verborgen gegeben werden; besser ist es aber, es verborgen zu geben, da die Person, die das Almosen erhält, nicht beschämt werden soll. Die Gelehrten vertreten die Meinung, dass das öffentliche Spenden dann gut ist, wenn man andere mit seiner Verhaltensweise anspornen will.

„Diejenigen, die ihre Vermögensgüter hergeben in der Nacht und zur Tageszeit, insgeheim und öffentlich, so ist für sie ihre Belohnung bei ihrem Herrn …“ (2:274).

Wie viel und was soll gespendet werden?

Für die Höhe der Sadaqa gibt es keine Grenze. Die Furcht vor Armut soll den Muslim nicht zum Geiz führen: „Der Teufel droht euch die Bedürftigkeit an und trägt euch das Abscheuliche auf, und Allah verspricht euch Verzeihung von Ihm und Gunst, und Allah ist allerreichend, wissend“ (2:268).

Aber derjenige, der spendet, soll nicht durch seine Spende in Bedürftigkeit geraten. Das, was gespendet werden soll, ist im Koran eindrucksvoll beschrieben: „Ihr, die glauben, gebt her von den guten Dingen, die ihr erworben habt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben, und haltet euch nicht an das Schlechte davon – ihr gebt es her, und selbst würdet ihr es nicht nehmen, außer dass ihr dabei ein Auge zudrückt, – und wisst, dass Allah reich, gepriesen ist“ (2:267).

Man braucht kaum zu erwähnen, dass gerade wir Muslime in den Industrieländern in dem reicheren Teil der Erde leben und dass das Wenige, was wir hier für Menschen in anderen Ländern spenden, sehr viel bewirken kann.

Wer erhält Sadaqa?

Sadaqa erhalten vornehmlich Bedürftige, wobei muslimische Gelehrte die folgenden Personengruppen nennen:

  1. Eltern (wenn sie Bedürftige sind)
  2. Nächste Verwandte (wenn sie Bedürftige sind)
  3. Waisen (wenn sie Bedürftige sind
  4. Andere Bedürftig
  5. Der in Not geratene Reisende (Ibnu s-Sabil)Sadaqa kann auch bedürftigen Nichtmuslimen gegeben werden.

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Wie der folgende Hadith (Überlieferung) des Propheten Muhammad (s) zeigt, ist es jederzeit und in allen Situationen möglich, Sadaqa zu geben:

Allahs Gesandter (s) hat gesagt: „Jedem Muslim obliegt Sadaqa.“ Sie fragten: „Und wenn er nichts findet (was er geben könnte)?“ Er antwortete: „Dann soll er von der Arbeit seiner Hände leben und (davon) Almosen geben.“ Sie sagten: „Wenn er dazu nicht imstande ist oder es nicht getan hat?“ „Dann hilft er den verzweifelten Bedürftigen.“ Sie fragten: „Und wenn er das (auch) nicht getan hat?“ Er antwortete: „Dann fordert er (andere) zum Guten auf.“ Sie fragten: „Und wenn er das (auch) nicht getan hat?“ Er antwortete: „Dann enthält er sich des Bösen. Denn (auch) das ist Sadaqa“ (Buchari).Außerdem hat der Prophet (s) gesagt, dass selbst ein Lächeln Sadaqa sein kann.

Und Allah weiß es am besten, und Er führt zum richtigen Weg.

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