Emha

Veröffentlicht am 2. November 2011 | by Emha

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Weniger Zündstoff am Jüngsten Tag

Assalamu aleikum, du glaubst du hast alles im Griff? Dein Leben läuft in geordneten Bahnen und alte Krisen sind abgeschlossen. Das dachten die Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima auch. Nachdem sich der Blick der Welt wieder auf andere Teile der Welt konzentrierte, die gröbsten Schäden behoben sind und sich die Verantwortlichen erleichtert zurücklehnen, brodelt es unbemerkt weiter unter der Oberfläche. “Unkontrollierte Kernspaltung” im tot geglaubten Meiler! Diese Hiobsbotschaft bricht durch die Schlagzeilen von Eurokrise und Libyenbefreiung.

Unangenehm für die Verantwortlichen. Wollte man das Problem am liebsten in alle Ewigkeit vergessen. Doch…nur weil man nichts mehr von Fukushima hörte und die Betreiber sich und alle anderen in Sicherheit wiegten, ist das Problem damit noch lange nicht gelöst. Einfach abschalten funktioniert in den meisten Fällen einfach nicht. Auch in Ostafrika lässt sich der Hunger nicht einfach abschalten. Man kann helfen, lindern, auffangen…. aber solange die politische und wirtschaftliche Situation nicht gelöst ist, wird das Elend weiter unter der Oberfläche brodeln und sich in regelmäßigen Abständen seinen Weg in unsere Medien und unsere Wahrnehmung bahnbrechen.

Und wie sieht es mit unserer Vergangenheit aus? Haben wir noch Dinge zugedeckelt, von denen wir wissen, dass sie noch nicht gelöst sind. Sitzen wir auf Altlasten, die wir notdürftig verschlossen haben? Auch sie werden uns irgendwann einholen – spätestens am Jüngsten Tag. Keine Tat ist vergessen, keine Sünde verloren, wenn wir uns nicht darum bemühen, sie wirklich zu bereuen und zu lösen.

Die Zeit heilt hier keine Wunden. Sie wiegt uns nur in falscher Sicherheit. Diejenigen, die sich derzeit auf den Weg nach Mekka machen, um ihre Hadsch zu erfüllen, haben einen wichtigen Schritt gemacht, die Altlasten aufzuräumen; sie vor Allah (ta), dem Barmherzigen, zu bereuen. Und wir, die  wir zurück geblieben sind? Welche alten Meiler können wir öffnen und uns der Strahlung stellen? Jetzt ist eine gute Zeit, um alte Konflikte zu befrieden, Gesagtes zu bereuen und einen Neuanfang zu wagen.

Damit wir Ruhe in uns finden und dem Jüngsten Tag mit weniger Zündstoff begegnen können.

wa salam

Eure

Emha

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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