Emha

Veröffentlicht am 9. November 2011 | by Emha

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Hagar und die Quelle Zamzam

Assalamu aleikum, gestern fragten wir in unserem Tassenquiz nach der Quelle, deren Wasser die Pilger von der Hadsch mitbringen und als kostbaren Schatz an ihre Freunde und Verwandten ausschenken. Und natürlich war auf unsere facebook, Twitter und YouTube-Freunde Verlaß – die richtige Antwort war Zamzam.

Für mich hat die Geschichte um diese Quelle eine besondere Bedeutung. Vielleicht erinnert Ihr Euch ja daran: Ibrahim (as) bekam den Auftrag von Allah (ta) seine Frau Hagar und den gemeinsamen Sohn Ismail (as) in das Tal von Mekka zu bringen und dort in der damaligen Einöde anzusiedeln. Eine erste Prüfung für den großen Propheten, seine kleine Familie in Gottvertrauen ohne Wasser und ohne bestehende Ansiedlung dort zurück zu lassen. Aber er befolgte den Befehl und auch Hagar begehrte nicht dagegen auf. Nun stellt man sich vor, dass diese junge Frau mit ihrem Kleinkind im trockenen Tal sitzt. Sie zetert nicht, sie zweifelt nicht, sie gibt nicht auf oder stellt ihr Schicksal in Frage. Als gottesfürchtiger Mensch würde man nun von ihr erwarten, dass sie stundenlange Bittgebete spricht und auf ein Wunder hofft. Sie setzt ihren Glauben aktiv und belässt es nicht bei Worten – und hier entspringt für mich das Besondere dieser Geschichte: Hagar setzt ihr Kind in Gottvertrauen im Tal ab und macht sich auf den Weg, Wasser zu finden. Sie läuft den einen Berg hinauf, danach den anderen… immer wieder. Sie gibt nicht auf, vertraut auf Allah (ta), dass sie Wasser finden wird und TUT ETWAS!. Am Ende entspringt die Quelle Zamzam zu Füßen ihres Sohnes und sie führt sauberes, heilsames Wasser seit dem für alle Pilger. Subhan’allah

Viele von uns, die in einer schwierigen Situation sind, Hilfe brauchen, legen die Hände in den Schoß und warten, dass jemand kommt und ihnen hilft, zetern mit ihrem Schicksal, bitten um Hilfe und warten auf das Wunder. Aber Hagar zeigt uns, dass Allah (ta) uns hilft, wenn wir Initiative ergreifen. Dass wir nicht auf ein Wunder untätig warten sollen und mit Gott und der Welt zetern dürfen, sondern die Situation nehmen wie sie ist, und das Beste daraus machen – und am Ende hilft uns Allah (ta) dabei.

Mir fallen viele Beispiele ein, wie die Menschen in den Projektländern ihre Situation versuchen in die eigenen Hände zu nehmen: Die Waisenhilfe in Burundi entsprang aus der Initiative einer Frau, die begann Waisenkinder bei sich aufzunehmen. Daraus sind über die Jahre nun 2 Waisenzentren und Versorgung hunderter Waisen geworden oder der Reisebericht von meinem Kollegen, der beschreibt, wie selbst jene, die wenig haben, anderen versuchen zu helfen.

In jedem Hilfsprojekt, das wir betreuen, gibt es jene kleinen Geschichten, die zeigen, dass die Menschen nicht bettelnd und passiv auf Hilfe gewartet , sondern selbst versucht haben etwas zu verändern – und dieser kleine Versuch führte sie schließlich zu muslimehelfen und zu Euch, einer starken Hand, die unterstützt und hilft.

Inschallah nehmen wir uns Hagar viel öfter als Vorbild, denn auch wenn sie im Schatten des großen Propheten Ibrahims (as) steht, so gedenkt jeder Pilger ihrem Einsatzwillen, indem er ihrem Weg zwischen Bergen Safar und Marwa folgt – und das millionenfach jedes Jahr…

wa salam

Eure

Emha

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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