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Veröffentlicht am 6. Juni 2015 | by Soufian

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Links Fereshta Ludin. Foto im Original von Daniel Gerlach und rechts Betül Ulusoy. Foto im Original von Anna Agliardi.

Sind alle Menschen gleich?

Alle Menschen sind gleich. Frei nach Orwell sind manche aber “gleicher”. Zumindest, wenn man etwas aus sich machen will.

Wir kennen alle die Fälle, in denen jemand mit einem ausländischen Namen oder besonders Frauen es trotz entsprechender Qualifikation schwieriger haben an einen guten Job zu kommen. Kommt dann noch ein Kopftuch dazu. Ja, dann wird es knifflig. Schnell hagelt es Absagen. Meistens völlig ohne Erklärung. Manchmal wird aber auch klar gesagt, dass das Kopftuch der Grund für die Ablehnung ist. Man müsse ja neutral auftreten, man würde damit Kunden irritieren und sonstiger Non-Sense. Das Kopftuch würde ja für dies oder das stehen. Werdet erwachsen und erzählt mir nix vom Pferd. Das ist schlicht und einfach eine Diskriminierung.

Zieh Dir mal das Grundgesetz rein und versuch dabei nicht in Lachen oder Tränen auszubrechen:

Artikel 3:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Artikel 12:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

Die Tatsachen sehen natürlich anders aus. Der Fall Ludin war wichtig für das Kippen des pauschalen Kopftuchverbots bei Lehrerinnen. Der neuste Fall dreht sich um Betül Ulusoy, die im Rahmen ihrer juristischen Ausbildung bereits eine telefonische Zusage für eine Verwaltungsstelle bekam, die ihr dann aber plötzlich aufgrund ihres Kopftuchs verwehrt wurde. Wir wünschen Betül viel Erfolg. Nicht nur für sie, sondern für alle Frauen die ungeachtet aller Steine im Weg weitermachen.

#schauhin, wenn du als Rechtsreferendarin eine Station in der Verwaltung machen m u s s t, dir eine Stelle im Bezirksamt…

Posted by Betül Ulusoy on Mittwoch, 3. Juni 2015

 

Gerechtigkeit kann man eben nicht einfach auf ein Stück Papier schreiben. Man muss Tag für Tag dafür eintreten.

Unser Team besteht wohlgemerkt in deutlicher Mehrheit aus Frauen. Sie tragen alle Kopftuch. Dies ist zwar keine Einstellungsvoraussetzung, sondern eine persönliche Angelegenheit, aber es hilft in unserem Kontext dabei islamische Gepflogenheiten und Grundsätze einzuhalten. Letztlich entscheiden die Fähigkeiten, der Charakter und die Einsatzbereitschaft.

Vielleicht haben wir auch einen passenden Job für Dich. Schau mal hier auf www.muslimehelfen.org/jobs

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Über den Autor/en

Soufian

86er Baujahr, Social Media Fuchs mit juristischem Background, marokkanischen Wurzeln und einer starken Bindung zur Moschee. Im Community Management von muslimehelfen tätig und bietet zwischen Fans und Followern Einblicke in die Gedankenwelt eines Admins.



2 Kommentare zu Sind alle Menschen gleich?

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