Emha Ramadan, Iftar, Fasten, Durst, muslimehelfen

Veröffentlicht am 26. Juni 2014 | by mh-Redaktion

21

9 Ramadan-Tipps für Nicht-Muslime

Assalamu alaikum. Das ist arabisch und bedeutet Friede sei mit euch; also mit Dir und den Engeln, die Dich begleiten. Du hast bestimmt auch muslimische Arbeitskollegen, Mitschüler, Kommilitonen oder Freunde. In den kommenden vier Wochen werden sie Dir vermutlich etwas komisch vorkommen.

Sie werden in der Pause nicht mehr mit Dir über die WM reden, lehnen jede Einladung ins Kino ab, erscheinen morgens schon völlig fertig auf der Arbeit oder in der Schule, oder kämpfen mit ihrer Konzentrationsfähigkeit – besonders gegen Abend hin. Der Grund dafür ist einfach: Sie fasten. Es ist nämlich Ramadan. Hier sind neun Tipps für Dich, wie Du sie unterstützen kannst:

1) Juhu, es ist Ramadan 🙂
Viele denken bei Ramadan an Anstrengung, Quälerei und unnötigen Hunger. Wir Muslime nicht. Im Gegenteil: Wir warten elf Monate auf ihn. Du brauchst kein Mitleid mit uns zu haben und uns mit einem halben Hähnchen oder Deinem Pausenbrot und einem Liter Spezi an der Ecke abfangen. Wir fasten freiwillig, denn es gibt keinen Zwang im Glauben.

2) Glückwunsch ganz anders
Wir Muslime wünschen uns gegenseitig einen gesegneten Ramadan, bzw. Hayırlı Ramazanlar oder einfach Ramadan mubarak. Du kannst Deine Arbeitskollegen oder Mitschüler gerne zum Ramadan beglückwünschen. Er bzw. sie wird sich mit einem überraschten Strahlen in den Augen bedanken. Denn der Ramadan ist der Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde. Wir feiern diesen Monat und freuen uns über jeden, der uns dazu beglückwünscht.

3) Du siehst echt fertig aus
Auch wenn wir uns wahnsinnig freuen, dass endlich Ramadan ist, siehst Du uns das wahrscheinlich gar nicht an. Besonders gegen Nachmittag und Abend hin sehen wir eher aus als hätten wir eine Woche nicht geschlafen, wären von einem Lastwagen überrollt worden und hätten keinen Kaffee mehr bekommen. Das liegt daran, dass wir die kurze Nacht ausgeschöpft haben, um zu beten, zu lesen und dass wir den ganzen Tag weder gegessen noch getrunken haben.

4) Wie? Du trinkst nichts?
Jupp, wir trinken auch nichts von der Morgendämmerung an bis Sonnenunteruntergang. Nein, auch kein Schlückchen, wo es so heiß ist, kein Wassereis oder Kaffee. Keine Angst, wir verdursten nicht; wir holen es beim Fastenbrechen nach. Uns geht an Essen auch nichts verloren, wir verschieben es bloß.

5) Kein Häppchen zu Mittag
Du musst nicht schockiert sein, wenn Dein Kollege oder Mitschüler in den Pausen nichts isst. Und Du musst Dich auch nicht vor ihm verstecken, wenn Du gerade genüsslich in Dein Steak oder Pausenbrot beißt, oder jedes Mal in der Ecke verstecken, wenn Du essen möchtest. Es ist okay. Kein fastender Muslim nimmt es Dir übel, wenn Du vor ihm isst. Wir fasten ja freiwillig. Übergeh einfach das Magengrummeln, das ihn oder sie begleitet und genieß Dein Essen.

6) Mittagsschläfchen – um diese Zeit?
Wenn Dein sonst so quirliger Kollege oder Mitschüler plötzlich im drei-Stunden-Takt ein zwanzig-minütiges Mittagsschläfchen hält, oder Dein Mitschüler in den Mathestunden nur noch gähnt, dann ist es völlig normal. Die Fastentage sind dieses Jahr sehr lang. Unser Körper fährt runter und wir haben nicht so viel Energie.

7) Arbeitsalltag trotz Fasten
Obwohl wir müde sind, erschöpft und unkonzentriert, geht das Leben für uns im Ramadan normal weiter. Das Fasten ist keine Entschuldigung für Nachlässigkeit, wir sind einfach nur ein bisschen langsamer als sonst. An sich ist das Fasten schon anstrengend, besonders im Sommer. Aber wir bekommen ja auch eine Belohnung von Allah dafür, vor allem wenn wir während des Fastens arbeiten, Klassenarbeiten schreiben oder auch Projekte durchführen.

8) Komm zum Essen
Unser Fastenbrechen heißt Iftar. Das ist arabisch und meint das Essen nach Sonnenuntergang. Wenn Dich Deine Kollegen oder Mitschüler zum Iftar einladen, geh ruhig hin. Das wird eine völlig neue Erfahrung für Dich. Es gibt normalerweise zuerst eine Dattel und etwas Wasser oder Milch, um den Magen nicht zu überlasten. Danach wird dann nicht geschlemmt, wie viele es sich vorstellen, und es gibt auch kein bestimmtes Essen. Denn jeder von uns hat so seine Vorlieben für ein gelungenes Iftar. Am besten findest Du es heraus, wenn Du es einfach mal ausprobierst.

9) Dein Ramadan                                            

Im Ramadan geht es darum, an sich selbst zu arbeiten, die Gemeinschaft zu stärken und anderen gegenüber gütig zu sein in Wort und Tat. Dieses Ramadan-Gefühl ist ein ganz besonderes. Lass Dich anstecken und geh einfach mal in eine Moschee zum Iftar.

Im Ramadan wird alles gut, da spenden wir am meisten, achten auf unsere Worte und Taten und danken Gott für Seine Barmherzigkeit uns Menschen gegenüber. Wir bitten Ihn um Vergebung und darum, dass Er uns unsere sehnlichsten Wünsche erfüllt. Denn im Ramadan werden unsere Bittgebete sicher angenommen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass auch Du inschallah – das bedeutet „so Allah es zulässt“ – viel aus dieser wertvollen Zeit mitnehmen kannst und dass Du Deine Kollegen oder Mitschüler ein bisschen besser verstehst.

Einen gesegneten Ramadan euch allen!

Schlagwörter: , , , , , , , ,


Über den Autor/en

mh-Redaktion

Die Redaktion von muslimehelfen berichtet regelmäßig über die Arbeit von muslimehelfen. Informationen zu den Projekten und Kampagnen, aber auch Wissen & Tun Artikel werden im Namen der mh-Redaktion verfasst.



21 Kommentare zu 9 Ramadan-Tipps für Nicht-Muslime

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑